Ki
Ach nein, haltet euch fest: Ich nutze KI. Skandal! Bitte einmal kollektiv die Augenbrauen heben und empört Luft holen.
Ja, ich tue es wirklich. Ich setze künstliche Intelligenz ein – und zwar nicht, um heimlich die Menschheit zu ersetzen oder mich kreativ komplett aus dem Spiel zu nehmen, sondern für die ganz bodenständigen Dinge: recherchieren, Rechtschreibung korrigieren, Titelbilder erstellen… und ja, hin und wieder auch mal ein Foto entrauschen. Also nichts, was plötzlich meine Existenz in eine dystopische Netflix-Serie verwandelt.
Und jetzt kommt der wirklich wilde Teil: Ich sage das sogar dazu. Jedes. Einzelne. Mal.
Ich weiß, Transparenz wirkt heutzutage fast schon suspekt. Man könnte glatt denken, ich hätte nichts zu verstecken. Unheimlich, oder?
Die Realität ist nämlich deutlich weniger aufregend, als manche es gern hätten: KI ist für mich ein Werkzeug. Nicht mehr, nicht weniger. So wie früher der Duden, Google oder irgendein Bildbearbeitungsprogramm – nur eben effizienter und ohne fünf offene Tabs, in denen ich mich selbst verliere. Ich lasse mir helfen, Informationen schneller zu sortieren, Tippfehler zu finden (ja, ich mache welche, tragisch) oder Bilder ein bisschen aufzuhübschen, wenn sie es brauchen.
Aber – und das scheint einige zu überraschen – die eigentliche Arbeit mache immer noch ich. Ideen, Ton, Haltung, der ganze menschliche Kram: alles meins. KI kann viel, aber Persönlichkeit gehört nicht dazu. Dafür muss ich leider selbst sorgen.
Und bevor jemand denkt, ich drücke einfach auf einen Knopf und lehne mich zurück: Schön wär’s. So funktioniert das nicht. KI liefert Vorschläge, keine fertige Identität. Den Denkprozess darf ich mir weiterhin selbst antun.
Und jetzt bitte einmal dramatisch die Musik hochdrehen: Ich gehe sogar so weit, dass ich einen ganzen Podcast mit KI generiere. Ja, wirklich. Er heißt natürlich ganz unauffällig „Der Podcast zum Blogpost“ – subtil war noch nie meine Stärke.
Bevor jetzt jemand panisch den Not-Aus-Knopf sucht: Die Inhalte kommen immer noch von mir. Also wirklich. Gedanken, Themen, Struktur – alles vorgegeben. Die KI übernimmt nur den absolut skandalösen Part, mir bei der Umsetzung zu helfen. Stimme, Aufbereitung, ein bisschen Feinschliff – Dinge, für die ich früher unnötig viel Zeit verbrannt hätte, um mich dann trotzdem zu fragen, warum das alles so lange dauert.
Mit anderen Worten: Ich nutze Technik, um effizienter zu arbeiten, ohne dabei meine Inhalte aus der Hand zu geben. Ich weiß, ziemlich enttäuschend für alle, die gehofft haben, ich würde heimlich von einer Maschine ersetzt werden.
Und ja, bevor die Frage überhaupt aufkommt: Natürlich kennzeichne ich auch das. Transparenz bleibt mein Lieblings-Hobby. Ganz ohne Drama. Leider.
Das Beste an dem Thema ist ja: Viele, die sich über KI aufregen, nutzen gleichzeitig Autokorrektur, Navigationssysteme, Suchmaschinen und Übersetzungstools. Aber wehe, man nennt das Kind beim Namen – dann ist plötzlich alles „künstlich“ und ganz schlimm.
Also hier nochmal ganz offiziell:
Ja, ich nutze KI.
Für Recherche, Rechtschreibung, Bilder – und sogar zum Entrauschen von Fotos.
Nein, sie übernimmt nicht mein Leben.
Und ja – ich kennzeichne das jedes Mal.
Ihr dürft euch jetzt wieder beruhigen. Oder weiter dramatisieren. Ganz wie es euch besser passt.

