Wuppertal: Am Montag, 24. August 2026, kam es auf der Berliner Straße in Wuppertal zu einem mehrstündigen Einsatz mehrerer Behörden in einem Kiosk. Nach Beobachtungen mehrerer Journalisten vor Ort waren unter anderem Polizei, Zoll und Ordnungsamt beteiligt. Das Geschäft wurde über mehrere Stunden durchsucht, dabei wurden zahlreiche Gegenstände aus den Räumlichkeiten gebracht.

Reporter vor Ort konnten den Einsatz journalistisch beobachten und dokumentieren. Konkrete Informationen zu Anlass, Zuständigkeit und Ergebnis des Einsatzes waren jedoch zunächst nur schwer zu erhalten.
Öffentlich deutlich wahrnehmbarer Einsatz
Bereits der Einsatzort selbst begründet aus unserer Sicht ein erhebliches öffentliches Interesse. Der betroffene Kiosk befindet sich unmittelbar neben einem Supermarkt und weiteren Geschäften an einer stark frequentierten Straße. Der Einsatz war damit für zahlreiche Passanten, Anwohner und Verkehrsteilnehmer deutlich wahrnehmbar.

Gerade bei einem derart öffentlich sichtbaren und mehrere Stunden andauernden Einsatz halten wir eine zeitnahe Information der Öffentlichkeit für sinnvoll. Eine solche Einordnung kann dazu beitragen, Spekulationen zu vermeiden und Medien in die Lage versetzen, sachlich und verlässlich über das Geschehen zu berichten.

Genau diese Informationen waren allerdings zunächst kaum zu bekommen.
Polizei verweist an Zoll – Zoll verweist an Polizei
Auf Nachfrage verwies die Polizei Wuppertal uns zunächst an den Zoll. Dort wurde wiederum mehrfach mitgeteilt, dass die Polizei Wuppertal den Einsatz geführt habe und entsprechend Ansprechpartner für weitere Auskünfte sei.
Diese widersprüchlichen Angaben zur Zuständigkeit setzten sich auch am Folgetag fort. Selbst rund 24 Stunden nach dem Einsatz konnte die Pressestelle der Polizei Wuppertal nach Angaben gegenüber Journalisten keine näheren beziehungsweise detaillierteren Informationen zum Sachverhalt mitteilen. Über weite Teile des Tages wurde weiterhin auf den Zoll als zuständige Stelle verwiesen – obwohl dort mehrfach das Gegenteil erklärt worden war.


Erst nach wiederholter und nachdrücklicher Nachfrage erhielten wir schließlich nähere Angaben von einem Pressesprecher der Polizei Wuppertal.
Nach Auskunft der Pressestelle der Polizei Wuppertal wurde im Zusammenhang mit dem Einsatz eine Strafanzeige gefertigt. Zudem seien rund 800 Vapes sichergestellt worden. Weitere Einzelheiten zum Hintergrund des Einsatzes, zu einem konkreten Tatvorwurf oder zu möglichen weiteren sichergestellten Gegenständen wurden zunächst nicht genannt.
Aufnahmen werfen weitere Fragen auf
Die von Reportern an der Einsatzstelle gefertigten Aufnahmen zeigen allerdings, dass während des Einsatzes offenbar auch weitere Gegenstände aus dem Kiosk getragen beziehungsweise von Einsatzkräften aufgenommen wurden.


Um welche Gegenstände es sich dabei handelte und ob auch diese offiziell sichergestellt wurden, blieb offen.
Damit bleiben auch nach den Angaben der Polizei wesentliche Fragen zu dem Einsatz unbeantwortet.
Vorschlag für Pressemitteilung stößt auf wenig Verständnis
Ich regte gegenüber der Pressestelle zudem an, zu dem Einsatz eine Pressemitteilung beziehungsweise eine kurze zusammenfassende Presseinformation zu veröffentlichen. Aus unserer Sicht hätte dies sowohl die Arbeit der Pressestelle als auch die der anfragenden Medien erleichtert und für einen einheitlichen Informationsstand gesorgt.
Auf diesen Vorschlag wurde nach unserem Eindruck wenig konstruktiv reagiert. Sinngemäß wurde uns mitgeteilt, dass die Entscheidung darüber, ob und wann eine Pressemitteilung veröffentlicht werde, allein bei der Pressestelle liege.
Selbstverständlich liegt diese Entscheidung bei der zuständigen Behörde. Die Art und Weise der Reaktion empfanden wir in der konkreten Situation jedoch als unnötig schroff und für eine professionelle Zusammenarbeit zwischen Behörde und Presse wenig hilfreich.
Am Abend erhielten wir schließlich die Information, dass die am Einsatz beteiligten beziehungsweise auskunftsfähigen Kolleginnen und Kollegen nicht mehr im Dienst seien. Damit verstrich erneut ein kompletter Tag, ohne dass unsere Reporter nähere Informationen zu einem größeren und öffentlich deutlich wahrnehmbaren Einsatz zur Verfügung gestellt werden konnten.
Die wenigen und unvollständigen Informationen erhielten wir erst am nächsten vormittag.
Erschwerte journalistische Arbeit
Gerade solche Situationen sind aus unserer Sicht nur schwer nachvollziehbar. Wenn Zuständigkeiten zwischen beteiligten Behörden unterschiedlich dargestellt werden und auch nach wiederholten Rückfragen über einen längeren Zeitraum keine belastbaren Informationen erhältlich sind, erschwert dies eine zeitnahe, umfassende und verlässliche Berichterstattung erheblich.
Für Redaktionen entsteht darüber hinaus ein zusätzlicher Aufwand, wenn mehrfach zwischen verschiedenen Behörden nachgefragt werden muss, ohne dass zunächst eindeutig geklärt werden kann, welche Stelle tatsächlich auskunftsfähig beziehungsweise zuständig ist.
Von einer professionellen Pressearbeit erwarten wir nicht, dass zu jedem laufenden Einsatz unmittelbar sämtliche Einzelheiten veröffentlicht werden. Gerade bei größeren und öffentlich deutlich wahrnehmbaren Maßnahmen sollte es aus unserer Sicht jedoch möglich sein, zumindest zeitnah grundlegende Informationen zum Anlass, zur zuständigen Behörde und zu den wesentlichen Ergebnissen eines Einsatzes bereitzustellen.
Fest steht bislang: Am 24. August kam es auf der Berliner Straße zu einem umfangreichen behördenübergreifenden Einsatz. Nach Angaben der Polizei Wuppertal wurde eine Strafanzeige gefertigt und es wurden rund 800 Vapes sichergestellt. Zu den Hintergründen des Einsatzes sowie zu möglichen weiteren Sicherstellungen lagen zunächst keine weitergehenden behördlichen Informationen vor.

